Wohnen in Worms: Welcher Stadtteil ist am teuersten? Boden- und Mietpreise im Vergleich
Herrnsheim, Hochheim, Pfeddersheim oder die Innenstadt – Worms besteht aus der Kernstadt und 13 Vororten, und das spiegelt sich in den Immobilienpreisen wider. Wir vergleichen die amtlichen Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2026 mit den Mietwerten und zeigen, wo Wohnen in Worms am teuersten und wo es am günstigsten ist.
Peter HoffmannImmobilienmakler in Worms
Aktualisiert Juli 2026
01Die teuersten Lagen nach Bodenwert
Die Frage „Welcher Stadtteil ist der teuerste?" lässt sich auf zwei Arten beantworten – und beide sind aufschlussreich. Man kann nach dem Spitzenwert fragen (wo liegt die teuerste einzelne Lage?) oder nach dem typischen Wert (wie teuer ist der Stadtteil im Normalfall?). Die Rangliste nach Spitzenwert, Stand 1. Januar 2026:
Rang
Stadtteil
Spitzenwert
Typischer Wert
1
Worms-West(westliche Kernstadt und angrenzendes Pfiffligheim)
Euro je Quadratmeter Wohnbauland, baureifes Land, Stichtag 1. Januar 2026. Eigene Auswertung der amtlichen Richtwertzonen. Quelle: Gutachterausschuss für Grundstückswerte der Stadt Worms / BORIS Rheinland-Pfalz.
Dahinter wird es eng: Horchheim, Pfeddersheim, Neuhausen und Pfiffligheim kommen alle auf denselben Spitzenwert von 400 Euro. Die vollständige Liste mit allen Stadtteilen und ihren Spannen steht bei den Bodenrichtwerten nach Stadtteil. Für Pfeddersheim, Neuhausen und Herrnsheim gibt es eigene Seiten mit allen Zonen, dem Bodenwertanteil und den aktuellen Angeboten – Teil der Übersicht Immobilienpreise nach Ortsteil.
Die teuerste Wohnlage der Stadt ist damit Worms-West – und zwar deutlich. Beachten Sie aber die zweite Spalte: Sie erzählt eine andere Geschichte.
Warum Sie „Worms-West" in keiner amtlichen Tabelle finden
Der Gutachterausschuss ordnet seine Richtwertzonen nach Gemarkungen – und die Kernstadt ist eine einzige davon. Die Bezeichnung „Worms-West" ist gebräuchlich, aber keine amtliche Einheit; in BORIS gibt es keinen Wert unter diesem Namen. Die 620-Euro-Spitze besteht aus zwei benachbarten Zonen, die nur rund 500 Meter auseinanderliegen – die eine zählt amtlich zur Kernstadt, die andere schon zu Pfiffligheim. Für den Markt ist das eine zusammenhängende Spitzenlage; wir führen sie deshalb hier auch als eine. Die Einzelzonen und die übrigen Bereiche der Kernstadt stehen bei den Bodenrichtwerten nach Stadtteil.
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Teuerste Lage ist nicht gleich teuerster Stadtteil
Worms-West führt die Rangliste an, weil dort die teuerste einzelne Lage liegt. Der typische Wert des Bereichs liegt aber bei 400 Euro – der Westen ist also nicht durchgängig teuer, sondern hat eine sehr gute Spitze.
Hochheim dagegen kommt auf einen typischen Wert von 445 Euro – den höchsten in ganz Worms. Dort ist nicht eine einzelne Straße teuer, sondern das gesamte Wohngebiet. Wer also fragt, wo Wohnen in Worms durchgängig am teuersten ist, bekommt nicht Worms-West als Antwort, sondern Hochheim.
Spitzenwert je Stadtteil in Euro pro Quadratmeter Wohnbauland, 2020 im Vergleich zum Stichtag 1. Januar 2026. Quelle: Gutachterausschuss für Grundstückswerte der Stadt Worms.
02Die günstigeren Lagen
Am unteren Ende liegen die rheinnahen Ortsteile: Ibersheim ist mit 210 bis 220 Euro je Quadratmeter die günstigste Wohnlage der Stadt, gefolgt von Rheindürkheim (250 bis 290 Euro) und Heppenheim (260 bis 300 Euro). Wer mehr Fläche fürs Geld sucht, wird hier eher fündig.
Aufholen tun diese Lagen allerdings kräftig: In Ibersheim hat sich der typische Bodenwert seit 2014 von rund 80 auf 220 Euro mehr als verdoppelt – prozentual der stärkste Anstieg aller Wormser Stadtteile. Das relativiert sich am absoluten Niveau: Auch nach diesem Sprung kostet der Quadratmeter dort noch immer gut ein Drittel dessen, was in den westlichen Spitzenlagen aufgerufen wird.
03Zehn Jahre Bodenwerte: Wer hat aufgeholt?
Der Zweijahresvergleich, den der Gutachterausschuss zu jedem Stichtag veröffentlicht, verdeckt die eigentliche Bewegung. Wir haben deshalb alle sieben Stichtage seit 2014 abgerufen und jeden Stadtteil über zehn Jahre verfolgt. Zwei Dinge fallen auf.
Erstens: Die Rangfolge ist stabil – die Abstände sind geschrumpft. Stadtweit stieg der typische Wohnbauland-Wert von 190 auf 360 Euro (+89 Prozent). Am stärksten aufgeholt haben aber gerade die günstigen Ortsteile; die teuren Lagen legten unterdurchschnittlich zu.
Typischer Wert (Median) je Quadratmeter Wohnbauland, baureifes Land. Eigene Auswertung von 125 Richtwertzonen mit durchgängiger Reihe. Quelle: Gutachterausschuss für Grundstückswerte der Stadt Worms / LVermGeo Rheinland-Pfalz (VBORIS), Stichtage 2014 bis 2026, jeweils 1. Januar.
Zweitens: Der gesamte Anstieg fand bis 2022 statt. Seit dem Stichtag 1. Januar 2022 tragen 94 Prozent aller Wohnbauland-Zonen exakt denselben Wert – vier Jahre Stillstand. Wer heute kauft, kauft in keinem Wormser Stadtteil mehr in einen steigenden Bodenmarkt hinein. In Leiselheim ging der typische Wert sogar zurück, von 390 auf 350 Euro. Warum der Markt 2022 gekippt ist, steht bei den Bodenrichtwerten nach Stadtteil.
04Und die Mieten?
Bei den Mieten unterscheidet der Wormser Mietspiegel nicht nach Stadtteilen, sondern nach Größe, Baujahr und Ausstattung. Die Lage wird über prozentuale Zu- und Abschläge berücksichtigt. Insgesamt liegt die ortsübliche Vergleichsmiete für gut ausgestattete Wohnungen 2024 je nach Baujahr und Größe zwischen rund 7,24 und 9,05 €/m². Die Mieten sind seit 2020 in allen Segmenten deutlich gestiegen.
05Was heißt das für Käufer und Verkäufer?
Ein hoher Bodenwert ist kein Selbstzweck: Familien achten oft mehr auf Infrastruktur, Schulen und Anbindung als auf den reinen Quadratmeterpreis. Stadtteile wie Pfeddersheim und Herrnsheim verbinden gute Lagequalität mit dörflichem Charakter, während die westliche Kernstadt und Pfiffligheim durch Zentrumsnähe punkten.
Für Verkäufer gilt: Der Stadtteil bestimmt das Preisniveau, aber den konkreten Wert macht das einzelne Objekt – Zuschnitt, Zustand, Energieeffizienz und Grundstücksgröße. Zwei Häuser im selben Stadtteil können sehr unterschiedlich bewertet werden. Einen Überblick, was Immobilien in Worms 2026 kosten – von den Kaufpreisen bis zu den Mieten –, gibt der aktuelle Marktbericht.
06Häufige Fragen
Welcher Stadtteil ist der teuerste in Worms?
Nach dem Spitzenwert ist Worms-West die teuerste Wohnlage, mit bis zu 620 €/m² Bodenrichtwert zum Stichtag 1. Januar 2026. Fragt man dagegen nach dem typischen Wert, liegt Hochheim mit 445 €/m² vorn – dort ist nicht nur eine einzelne Straße teuer, sondern das gesamte Wohngebiet.
Welcher Stadtteil in Worms ist am günstigsten?
Am unteren Ende liegen die rheinnahen Ortsteile. Ibersheim ist mit 210 bis 220 €/m² die günstigste Wohnlage der Stadt, gefolgt von Rheindürkheim (250 bis 290 €/m²) und Heppenheim (260 bis 300 €/m²).
Warum taucht Worms-West in keiner amtlichen Tabelle auf?
Der Gutachterausschuss ordnet seine Richtwertzonen nach Gemarkungen, und die Kernstadt ist eine einzige davon. Worms-West ist eine gebräuchliche, aber keine amtliche Bezeichnung; in BORIS gibt es keinen Wert unter diesem Namen. Die 620-Euro-Spitze besteht aus zwei benachbarten Zonen, die nur rund 500 Meter auseinanderliegen – eine zählt amtlich zur Kernstadt, die andere schon zu Pfiffligheim.
Wie haben sich die Bodenwerte in Worms über zehn Jahre entwickelt?
Stadtweit stieg der typische Wohnbauland-Wert zwischen 2014 und 2026 von 190 auf 360 €/m² (+89 Prozent). Am stärksten aufgeholt haben die günstigen Ortsteile: In Ibersheim hat sich der Wert mit +167 Prozent mehr als verdoppelt, während teure Lagen wie Leiselheim (+52 Prozent) unterdurchschnittlich zulegten.
Steigen die Bodenpreise in Worms noch?
Nein. Der gesamte Anstieg fand bis 2022 statt. Seit dem Stichtag 1. Januar 2022 tragen 94 Prozent aller Wohnbauland-Zonen exakt denselben Wert – vier Jahre Stillstand. In Leiselheim ging der typische Wert sogar von 390 auf 350 €/m² zurück.
Wie hoch sind die Mieten in Worms?
Der Wormser Mietspiegel unterscheidet nicht nach Stadtteilen, sondern nach Größe, Baujahr und Ausstattung; die Lage wird über prozentuale Zu- und Abschläge berücksichtigt. Die ortsübliche Vergleichsmiete für gut ausgestattete Wohnungen liegt 2024 je nach Baujahr und Größe zwischen rund 7,20 und 9,00 €/m².
Hinweis zu den Zahlen
Die genannten Werte sind amtliche Bodenrichtwerte. Sie gelten jeweils für ein gedachtes Richtwertgrundstück der Zone – nicht automatisch für Ihr Grundstück. Zuschnitt, Größe und Bebaubarkeit können den Bodenwert deutlich verschieben. Warum das so ist und wie umgerechnet wird, erklären die Bodenrichtwerte nach Stadtteil im Detail.
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